10 Highlights unserer Reise durch Kolumbien

In Kolumbien hat es uns sehr gut gefallen und wir hätten locker noch länger als drei Wochen bleiben können. Wir sind im Herzen von Kolumbien gereist und möchten euch unsere Highlights nicht vorenthalten.

Unsere Highlights beziehen sich auf folgende Reiseroute: Bogotá – Villa de Leyva – San Gil – Barichara – Medellín – Salento – Bogotá. Bei mehr Zeit hätten wir gern noch die karibische Küste bereist.

Streetfood-Paradis und Früchte-Traum

Mancher Besucher Kolumbiens scheint enttäuscht von dem kulinarischen Angebot da es auf den ersten Blick nicht besonders vielfältig ist. Die kolumbianische Küche ist eine relativ einfache und bodenständige Küche. Es wird viel Reis, Bohnen und Fleisch gegessen. Ei und Käse gehören auch fast immer dazu. Und natürlich viele Früchte.

Allerdings kann man viele leckere Speisen entdecken, wenn man etwas mutig ist, auf die Strasse geht und sich von dem großen Angebot an Streetfood inspirieren lässt. Schon am zweiten Tag in Kolumbien kaufe ich mein erstes Arepa con Queso (gegrilltes Maisbrot mit Käse gefüllt) an einem der kleinen Straßenläden und bin sofort begeistert. Vor allem darüber, dass ich einen leckeren und dazu noch glutenfreien Snack in der Hand halte. Das Arepa wird mein täglich Brot. Zu jedem typischen Frühstück gehört das Maisbrot dazu. Aber auch sonst werden Arepas ganz vielfältig eingesetzt. Manchmal wird es in die Suppe getunkt, beim nächsten Mal mit Fleisch und Käse überbacken. Oder als süßere Variante ist Arepas de Choclo con Quesito ein süßes Maisbrot mit Käse. Die Kolumbianer mögen es süß. Zum Frühstück gibt es oft heiße Schokolade oder Aqua Panela (heißes Zuckerwasser) zu dem einige Stücke Käse gereicht werden, die man dann im heißen Getränk schmelzen lässt.

Andere Leckereien von der Straße sind zum Beispiel Tajadas de Plátano (gegrillte Kochbanane), Empanadas (herzhaft gefüllte Teigtaschen), Buñuelos (frittierte Teigbällchen), Pandebono (Käsebrot), Papas Rellenas (herzhaft gefüllter Kartoffelteig).

An jeder Ecke bekommt außerdem frisch gepresste Säfte vieler exotische Früchte (Borojo, Lulo, Maracuya, Tomate de Arbol, Mamoncillos …). Auch zum Frühstück gehören immer Säfte oder Obst dazu. Mega lecker!

(Noch mehr Bilder vom Streetfood und Erklärungen gibt es hier, leider nur auf Englisch: http://www.mycolombianrecipes.com/12-colombian-appetizers-and-snacks-you-must-try )

Land und Leute

Kolumbien ist ein wunderschönes Land mit sehr freundlichen und hilfsbereiten Menschen. Man sagt auch das Kolumbien das Land mit den glücklichsten Menschen Südamerikas ist.

Gleich in den ersten Stunden nach unserer Ankunft werden unsere Spanischkenntnisse auf die Probe gestellt. Die Frau an der Rezeption in unserem erstem Hotel spricht kein Englisch und wir verstehen kein Wort davon was sie und mit einem strahlendem Lächeln im Gesicht sagen möchte. Doch sie weiß sich zu helfen und versucht ihre Fragen mit Google-Translate (eine Übersetzungsapp auf dem Telefon) ins Englische zu übersetzen. Damit verständigen wir uns über das Wesentliche und sind froh, dass die Sprachbarriere mit Geduld und viel Humor aufgenommen wird. Wie wir im Laufe unserer Reise feststellen, kommt man in Kolumbien mit Englisch nicht sehr weit. Trotzdem begegneten uns die Kolumbianer immer sehr hilfsbereit und freundlich, so dass wir uns auch schon in kürzer Zeit zutrauen unser Frühstück auf Spanisch zu bestellen.

Monserrate Bogotá

Bogotá ist umgeben von Bergen. An unserem zweiten Tag in der Hauptstadt Kolumbiens ließen wir uns mit der Drahtseilbahn auf den Hausberg Cerro de Monserrate bringen. Auf 3100 Metern hat man einen fantastischen Ausblick über die Stadt! Erst hier wurde uns das Ausmaß der 8 Millionenstadt richtig bewusst. Der Cerro de Monserrate ist von nahezu überall sichtbar und damit das Markenzeichen von Bogotá. Der Besuch lohnt sich!

Graffiti und Street Art in Bogotá

Schon beim Spazieren durch das historische Zentrum La Candelaria fällt auf, dass Bogotá die südamerikanische Hauptstadt des Graffitis sein muss. Eine Vielzahl an Häusern sind geschmückt mit riesigen beeindruckenden Kunstwerken. Um mehr über die Künstler und die Geschichte von Street Art in Bogotá zu erfahren haben wir uns zur Graffiti und Street Art Tour angemeldet. Die Tour ist etwas ganz besonderes. Man merkt sofort, dass unser Guide mit Herz und Seele dabei ist, als er über die Vergangenheit und Gegenwart von Street Art in Bogotá erzählt. Er führt uns von Häuserwand zu Häuserwand und geht sehr detailliert auf die Künstler und ihre Werke ein. Er vermittelt uns Geschichte und politische Hintergründe um die Kunstwerke besser zu verstehen. Bei der Hälfte der Führung hat es angefangen zu regnen, doch wir sind so fasziniert von den Erzählungen, dass wir bis zum Ende der Tour durchhalten. Danach halfen nur noch ein paar Tassen heißer Tee um uns wieder aufzuwärmen.

Salento

Salento ist das touristische Aushängeschild der Kaffeeregion und ist ein Paradebeispiel für die vielen urigen Dörfer mit farbenfrohen Häusern in kolonialer Architektur. Die folgenden zwei Highlights sind aus dieser Gegend:

Cocora Valley – Salento

Unweit entfernt von Salento liegt das Cocora-Tal, welches bekannt durch die hier vorkommende 60 Meter hohe Wachspalme ist. Gleichzeitig ist die Palme der Nationalbaum Kolumbiens und die höchste Palmenart der Welt. Also eine Vielzahl an Gründen um sich das Cocora-Tal in echt anzuschauen. Vom Marktplatz in Salento aus fahren ständig kleine Jeeps um die Touristen ins Valley zu bringen, welches gleichzeitig auch Startpunkt für Wanderungen im Nationalpark Los Nevados ist. Am Anfang liefen wir erstmal direkt an den Palmen vorbei, da das Gelände als Privatgrundstück markiert war und ich nirgends gelesen hatte, dass man Eintritt zahlen müsst um zwischen den Palmen stehen zu können. So liefen wir in den Wald hinein, entlang eines kleinen Baches, bewunderten die vielen Schmetterlinge und auch einen Kolibri und kehrten dann irgendwann um als der Weg immer schlammiger wurde. Natürlich konnten wir es uns am Ende nicht entgehen lassen und zahlten den Eintritt um ein paar Fotos mit den Palmen zu schießen und den Ausblick auf das Tal zu genießen.

Kaffee Tour – Salento

Eine Kaffeetour in der berühmtesten Kaffeeregion Kolumbiens kann man sich nicht entgehen lassen. Die Auswahl ist nicht einfach, denn sehr viele Kaffeefarmen in der Nähe von Salento bieten Führungen an. Don Elías ist eine der ersten Farmen die ihre Tore für Touristen aus aller Welt geöffnet haben. (Hier nachzulesen: https://www.welt.de/reise/staedtereisen/article152649589/Zu-Besuch-in-Kolumbiens-beliebtestem-Kaffeeanbaugebiet.html) Wir entscheiden uns die Finca El Ocaso zu besuchen. Mehrmals am Tag werden dort Führungen angeboten. Schon nach einem kurzen Fußmarsch von unserem Hostel entfernt befinden wir uns mittendrin in der wunderschönen Natur des Kaffeedreiecks. Die imposante Berg- und Hügellandschaft die mit einer saftigen und üppigen tropischen Vegetation übersät ist lässt mich noch jetzt ins Schwärmen kommen. Bei der Kaffeetour lernen wir wie man die Kaffeefrucht erntet, die Bohnen herauslöst, sie trocknet und aussortiert, bis wir am Ende den aufgebrühten Kaffee genießen können. Am meisten macht es Spaß selbst die roten Kaffeefrüchte an den Bäumen und Sträuchern auf der Plantage zu finden. Da gerade keine Erntezeit ist, sind allerdings die meisten Früchte noch grün. Am Ende haben wir uns eine Menge Mückenstiche bei dem kleinen Ausflug zugezogen, aber es war trotzdem ein tolles Erlebnis. Die hochwertigen und besonders leckeren Kaffeebohnen werden exportiert oder an Touristen verkauft und der Rest bleibt in der Region. Deshalb wird man in Kolumbien selbst wohl nie den richtig leckeren Kaffee trinken.

Barichara

Viele Urlauber machen nur einen Tagesausflug nach Barichara oder bleiben für eine Nacht, aber für uns war es die perfekte Stadt zum entspannen. Nicht nur das warme trockene Klima sondern auch die Stille und Ruhe dieser Stadt machen sie perfekt zum abschalten. Die gepflasterten Straßen und die gut erhaltene koloniale Architektur aus dem achtzehnten Jahrhundert verleiht ihr diesen tollen Charme. Wir übernachten im Artepolis, welches etwas außerhalb der Stadt im Grünen liegt. Wir haben tollen Ausblick auf das Umland, genießen die Zeit in der Hängematte und haben Spaß an unserer Freiluftdusche. Leider können wir das Workshopangebot mit den lokalen Künstlern nicht wahrnehmen, da es nur auf Spanisch existiert. Während unserer Zeit in Barichara machen wir noch eine Wanderung auf dem berühmten Camino Real, ein alter Handelsweg der Barichara und Guane verbindet. Der steinige Weg führt 10km bergab durch die schöne Landschaft vorbei an Felder und Weiden. Von Guane aus kann man einfach mit dem Bus wieder zurück nach Barichara fahren. Aber bevor wir die Rückreise antreten machen wir es den Einheimischen gleich und genießen ein erfrischendes selbstgemachtes Eis auf dem Marktplatz von Guane.

El Peñol und Guatapé

Der Besuch von El Peñol und Guatapé bietet sich perfekt als Tagesausflug von Medellín an. Vom Busterminal im Norden von Medellín braucht der Bus ungefähr 2 Stunden bis plötzlich ein riesiger Stein in der Landschaft auftaucht. El Peñol! Umgeben ist der 200+ Meter hohe Stein von einer wunderschönen Seelandschaft. Knapp 700 Stufen muss man bewältigen um an die Spitze des Felsen zu gelangen und die traumhafte Aussicht zu genießen. Runter geht es dann etwas schneller und es bleibt noch Zeit im Städtchen Guatapé vorbei zu schauen. Guatapé ist ein hübsches kleines Dörfchen, das mit tolle bemalten Hauswänden heraus sticht. Wir spazieren durch die Gassen, essen noch in der Bäckerei am Marktplatz und fahren schließlich mit dem Bus zurück nach Medellín.

Fernando Botero

Wenn man Bogotá oder Medellín besucht kommt man an Fernando Botero nicht vorbei. Sollte man auch nicht, denn die Werke des kolumbianischen Malers und Bildhauers sind überdimensioniert, extravagant und wie ich finde oft mit einem kleinen Lächeln anzuschauen. Botero hat eine besondere Vorliebe für Rundungen und Kurven. Das Botero Museum in Bogotá ist kostenlos und auf jedenfall einen Besuch wert. In Medellín gibt es den Botero Platz wo man dreiundzwanzig seiner riesigen Skulpturen bewundern kann. (Hier könnt ihr mehr über Botero erfahren: http://sites.arte.tv/stadt-land-kunst/de/video/medellin-auf-den-spuren-von-fernando-botero)

San Gil

San Gil ist bekannt für sein breites Spektrum an Freizeitangeboten wie Rafting, Paragleiten und vieles mehr. Wir haben es wie immer entspannt angehen lassen und unser Reisebudget geschont. Doch danke der Gastfreundschaft im Meraki Boutique Hostel war unser Aufenthalt in San Gil dennoch einzigartig. Wir wurden persönlich von Besitzer und seinem Neffen empfangen, haben kolumbianischen Kaffee (mit viel Zucker) bekommen und während unseres Aufenthalts viel über Kolumbien gelernt. Das Frühstück im Hostel war übrigens ein Traum und bestand aus Früchteteller, Frühstückssuppe, Arepa, gebackene Kochbanane, Rührei und heißer Schokolade mit Käse. An einem Nachmittag besuchten wir noch einen kleinen Wasserfall außerhalb der Stadt wo sich die Einheimischen zum Baden treffen.

 

Wir hoffen ihr habt einen kleinen Eindruck in die Vielfältigkeit Kolumbiens bekommen. Wir können jedem empfehlen dieses traumhafte Land und seine Menschen näher kennenzulernen.